Unterrichtsausfall: Kultusministerium liefert keine konkreten Zahlen

Veröffentlicht am 02.03.2018 in Pressemitteilungen

Landtagsabgeordneter Born (SPD) bekommt auf Anfrage zu Unterrichtsausfall an Schulen im Wahlkreis Schwetzingen und den Betreuungswahlkreisen Bruchsal, Enz und Wiesloch keine konkreten Antworten von Kultusministerin Eisenmann

Stuttgart. Daniel Born, SPD-Landtagsabgeordneter aus Schwetzingen, wollte es genau wissen und hat die Landesregierung unter anderem gefragt, wie viel Unterricht an den Schulen in den Wahlkreisen Schwetzingen, Bruchsal, Enz und Wiesloch in den letzten drei Jahren ausgefallen ist. Die Antwort des Kultusministeriums: Hierzu liegen keine Daten vor.

Lediglich die Ergebnisse der jedes Jahr im November stattfindenden landesweiten Stichprobenerhebung kann das Kultusministerium anführen. Demnach ist der Unterrichtsausfall über alle Schularten hinweg vom letzten auf dieses Schuljahr um anteilig 12,5% gestiegen, an Gymnasien und beruflichen Schulen sind es sogar anteilig 20%. Bildungspolitiker Born dazu: „Die Zahlen sind schockierend. Der Unterrichtsausfall im Land nimmt zu und Frau Eisenmann streicht Stellen. Ich bleibe bei meiner Forderung: Die Krankheitsreserve muss aufgestockt werden.“

Die SPD im Landtag hatte in den Haushaltsverhandlungen eine Aufstockung der Krankheitsreserve gefordert, damit die Schulen mittelfristig über einen Versorgungsgrad von 105% zu Schuljahresbeginn verfügen. Dieser liegt laut Antwort des Kultusministeriums im Regierungsbezirk Karlsruhe aktuell zwischen 98,1% (berufliche Schulen) und 105,5% (Gymnasien), für die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren liegen keine Daten vor. Born erklärt: „Spätestens bei der ersten Grippewelle ist die Unterrichtsversorgung im Land nicht gewährleistet. Klassen werden zusammengelegt und viele Lehrkräfte müssen dann viele Stunden Mehrarbeit leisten – wie viel genau, auch das konnte uns das Kultusministerium nicht beantworten.“

„Es ist besorgniserregend, dass das Kultusministerium ohne die Grundlage von konkreten Daten und Fakten agiert. Damit eine realistische Personalplanung möglich ist, muss schnellstens die Versorgungslage der Schulen besser erfasst werden, wie es zum Beispiel in Hessen der Fall ist“, so der Landtagsabgeordnete. Um den großen Engpässen in den Grundschulen entgegen zu wirken, schlägt Born außerdem vor, arbeitssuchende Gymnasiallehrkräfte verstärkt an Gemeinschaftsschulen einzusetzen und dafür dort tätige Grundschullehrkräfte wieder an Grundschulen anzustellen. „Das würde nicht nur kurzfristig vorhandene Lücken schließen, sondern auch dem Konzept der Gemeinschaftsschulen entsprechen“, so Born.

Hier berichtet die Schwetzinger Zeitung über Borns Anfrage.

 

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