Freitagspost von Daniel

22.05.2020

Liebe Genossinnen und Genossen,

liebe Freundinnen und Freunde der Freitagspost,

„der Kalender der Villa Kunterbunt geht ganz schön nach. Ich muss ihn zu einem Kalendermacher bringen, dass er ihn richtigstellt und er wieder in Fahrt kommt“, sagt Pippi Langstrumpf und macht sich auf die Suche nach dem Kalendermacher.

Vor 75 Jahren erschien zum ersten Mal ein Buch mit Pippi Langstrumpf. Was wären wir ohne Pippi? Und was wären wir alle ohne die Villa Kunterbunt?

Vielleicht habt ihr heute Morgen in der Zeitung gelesen, dass ich mich bei meiner Rede am Mittwoch im Landtag direkt an die Kinder gewandt habe (hier könnt ihr sie ansehen). Das ist eigentlich in der Geschäftsordnung nicht vorgesehen und hätte auch einen gesalzenen Rüffel von der Präsidentin geben können, aber es fühlte sich für mich in dem Moment richtig an. Ich hatte 10 Minuten, um über die Kita-Politik zu reden und dies in einer Woche, in der die meisten Kinder immer noch nicht wieder in ihre Kita zurückkönnen.

Wir wissen, was wir an unseren Kitas und an den Erzieherinnen und Erziehern haben. Aber die Krise ist wie eine Lupe, mit der uns noch einmal ganz verschärft deutlich wird, ohne wen und was unser Land nicht lebenswert und zukunftsfähig ist. Und die Kitas gehören dazu. Als Bildungseinrichtungen, als Betreuungseinrichtungen und als Anlaufpunkte für die Familien.

Die Kita-Politik der SPD – und das geht ja über die jetzige Krise hinaus – ist darum von einem Dreiklang geprägt, der genau diese Bedeutung unterstreicht: wir wollen eine Qualitätsoffensive einschließlich mehr Fachkräften, einen weiteren Platzausbau und die Gebührenfreiheit. Alle drei Punkte gehören für uns zusammen, denn: auf den Anfang kommt es an.

Gerade bei der Gebührenfreiheit geht Baden-Württemberg – um mit Pippi Langstrumpf zu sprechen - ganz schön „nach“. Die Mehrheit der Bundesländer hat mittlerweile erkannt, dass es nicht sein kann, für die erste Bildungseinrichtung in einer Biografie Gebühren zu erheben. Aber weil Grüne, FDP und CDU vehement gegen die Gebührenfreiheit sind, bekommen wir dafür im jetzigen Landtag keine Mehrheit.

Und in dieser Woche hat das Verfassungsgericht entschieden, dass nur der Landtag hierfür der „Kalendermacher“ sein kann. Unsere Idee, der gesellschaftlichen Mehrheit für die gebührenfreie Kita mittels der Volksgesetzgebung Ausdruck zu verleihen – und da war das Verfassungsgericht ganz eindeutig – ist nicht möglich. Vor dem Urteil haben dies Fachgutachten mal so und mal so gesehen. Aber nun hat anhand unserer Klage das Verfassungsgericht die Regeln präzisiert und daran muss man sich halten.

Also ist nicht die Volksgesetzgebung, sondern die Parlamentsgesetzgebung der mögliche Kalendermacher für die gebührenfreie Kita. Denn das Verfassungsgericht hat ja nichts über die gebührenfreie Kita, sondern nur darüber, ob über die Gebührenfreiheit mittels Volksabstimmung beschlossen werden kann, gesagt. Und das bedeutet: wir müssen bei der Landtagswahl stark abschneiden. Und dazu müssen wir um jede Stimme kämpfen.

Bekommen wir das hin? Warum nicht? Ich kenne da ein Mädchen, das kann ein Pferd mit einem Arm hochheben!

Ihr & Euer Daniel Born

Foto der Woche: seit dieser Woche ist das Wahlkreisbüro wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Das freut mein Team und mich riesig.

15.05.2020

Liebe Leserinnen und Leser der Freitags-Post von Daniel Born,

zum 250. Jubiläum der Bornschen Freitags-Post hat Daniel mich eingeladen, dieses Mal an seiner Stelle an Sie und Euch zu schreiben. Das mache ich natürlich sehr gerne für unseren Vorsitzenden des Arbeitskreises Wirtschaft und wohnungspolitischen Sprecher in der SPD-Landtagsfraktion, der überdies auch noch für den Bereich Kitas und Grundschulen im Bildungs-Bereich zuständig ist. Rein zufällig war ich auch noch am Dienstag dieser Woche in Daniels Wahlkreis unterwegs und kann Euch und Ihnen darüber gleich berichten.

Im Rahmen meiner Reihe „Stoch packt´s an…“ war ich als Spargelstecher in Schwetzingen tätig. Morgens um 7 Uhr ging es mit Frau Fackel-Kretz-Keller auf die Felder im Allmendsand und dort hat sie hat mir gezeigt, wie man das zarte Gemüse möglichst schadlos aus dem Boden holt. Erstmal schauen, wo Risse an der Oberfläche der angehäuften Erde sind, dann vorsichtig mit zwei Fingern den Spargel freigraben, anschließend mit dem Spargelstecher den Spargel abschneiden und dann – das ist das Wichtigste – vorsichtig ins Körbchen legen, damit der Kunde beste Ware bekommt.

Es war ein sehr interessanter und kurzweiliger Vormittag auf dem Feld. Anschließend haben wir die Ware zum Direktverkauf in den Ort gebracht. Dabei haben wir natürlich auch über die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Spargelanbau und die Spargelernte in diesem Jahr gesprochen. Für die Familie bedeutet das z.B., dass sie in diesem Jahr komplett auf ihre ausländischen Erntehelfer verzichten musste. Deshalb sind Angehörige und Freunde, aber auch Schüler und Studierende mit eingesprungen, um den reifen Spargel zu ernten. Ich habe viel gelernt über Spargelanbau, für den die Region Schwetzingen ja weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt ist.

Das ist auch der Sinn und Zweck von „Stoch packt´s an…“. Im Rahmen dieser Aktion schaue ich mir nicht nur einen Betrieb an, sondern will selbst erleben, was es heißt, in das ein oder andere Berufsbild zu schlüpfen. Ich will mit anpacken und die verschiedenen Arbeiten selbst machen. Nur so ist aus meiner Sicht ein intensives Kennenlernen der jeweiligen Tätigkeit mit all den Sonnen- und Schattenseiten eines jeweiligen Berufs möglich. Ich möchte den Beruf in der Realität erleben, um später als Politiker im Parlament zu wissen, worüber ich entscheide.

Mein Besuch in den Firmen und Einrichtungen soll verdeutlichen: „Ich bin hier, um zu lernen.“ So war ich schon Bäcker, Bademeister, Gärtner, Altenpfleger, Rettungssanitäter, Bodenseefischer, Maler, Bio-Bauer, Ranger im Nationalpark Nordschwarzwald, Schornsteinfeger, Paketzusteller und zuletzt Fahrradkurier. Wer mehr davon sehen will, kann sich gerne unter https://www.andreas-stoch.de/stoch-packts-an ein paar Eindrücke verschaffen.

Bei dieser Aktion erlebt man im unmittelbaren Kontakt mit den Menschen, wie wichtig ihnen ihre Arbeit ist. Man bekommt aber auch mit, wo es klemmt, wo Hilfe nötig wäre oder gar eine Änderung der Arbeitsbedingungen erforderlich ist. Dieser direkte Draht zu den Menschen ist für Politikerinnen und Politiker unersetzlich. Und dafür gibt es viele Wege: Abgeordnete aus Bund und Land beantworten nicht nur Briefe oder helfen durch den Behördendschungel, wir positionieren uns auch mit unserer Meinung auf Facebook oder Instagram, manchmal (selten genug) berichtet die lokale Zeitung zudem über unsere Arbeit.

Aber wir informieren auch von uns aus über unsere tägliche Arbeit und unsere politischen Schwerpunkte so wie es Daniel Born mit seiner freitäglichen Post macht. Er zeigt darin, was ein Politiker den ganzen Tag macht, wie er über Dieses und Jenes denkt und wo die Leute konkret Hilfe und Unterstützung erwarten können, wenn sie ein Problem haben oder sich politisch einsetzen wollen. Deshalb meinen HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zur 250. Ausgabe der Freitagspost an Daniel Born. Das ist, lieber Daniel, ein super Instrument, um Interessierte, Anhänger und die Partei vor Ort auf dem Laufenden über Dein politisches Wirken zu halten. Macht weiter so – ich liefere dann auch gerne einen Text für die 500. Ausgabe…

Es grüßt Euch und Sie,

Andreas Stoch

Fraktions- und Landesvorsitzender der SPD Baden-Württemberg


Foto der Woche: Andreas und Daniel als fleißige Erntehelfer beim Spargelstechen.