
Grußwort beim Parlamentarischen Abend des Verbands für Energie- und Wasserwirtschaft Baden-Württemberg e.V. im Restaurant Cube in Stuttgart


Grußwort beim Parlamentarischen Abend des Verbands für Energie- und Wasserwirtschaft Baden-Württemberg e.V. im Restaurant Cube in Stuttgart
Sehr geehrter Herr Homann,
sehr geehrter Herr Professor Hebling,
sehr geehrter Herr Vorsitzender der FDP/DVP-Fraktion Dr. Rülke (FDP),
sehr geehrter Herr Vorsitzender der AfD-Fraktion Baron (AfD),
sehr geehrter Herr Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Karrais (FDP),
sehr geehrter Herr stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Schoch (Grüne),
sehr geehrte Sprecher*innen der Fraktionen für Energiepolitik Frau Niemann (Grüne), Herr Haser (CDU), Frau Rolland (SPD) – liebe Gabi, Herr Bonath (FDP), Herr Steyer (AfD),
liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Landtag,
sehr geehrte Vertreter*innen der Energieunternehmen und Stadtwerke,
sehr geehrte Mitarbeiter*innen des Verbandes für Energie- und Wasserwirtschaft,
sehr geehrte Damen und Herren,
spätestens seit 1847 steht unumstößlich fest:
„Energie geht nicht verloren.“
Was Hermann von Helmholtz im Energieerhaltungssatz ausformuliert hat, fällt im Alltag aber manchmal etwas schwer zu glauben. Wir kommen gerade aus einem Wahlkampf, der kürzer und energiegeladener kaum hätte sein können. Umso größer waren die Belastungen für die vielen Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer, die sich auf den Marktplätzen manchmal eisigem Gegenwind stellen mussten, in der Erwartung und in der Hoffnung, Menschen zu überzeugen und zu begeistern. Und nach wenigen Wochen ist all das dann vorbei und man fragt sich: War es die Energie wirklich wert?
Die Antwort hängt zunächst wahrscheinlich ganz vom Wahlergebnis ab. Manche Parteien mögen in dieser Hinsicht leiderprobter sein als andere, aber auch wenn man am Ende nur knapp hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist, fällt es einem manchmal schwer, die Energie, die einen noch durch den Wahlkampf getragen hat, in das mühsame Geschäft der kompromissorientierten Sachpolitik zu übertragen. Das Wort „Energie“ kommt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet in etwa so viel wie Tatkraft oder Wirksamkeit. Und gerade das Bestreben danach, die Dinge in diesem Land tatkräftig und wirksam zum Guten zu verändern, ist es auch, die unsere Tätigkeit als Abgeordnete antreibt und uns die Frage, ob es die persönliche Energie wirklich wert ist, jeden Tag aufs Neue mit einem eindeutigen „Ja!“ beantworten lässt –auch wenn das an manchen Tagen leichter fällt als an anderen. Diese Energie ist es wert, weil es darum geht, Dinge voranzubringen. Und darum geht es auch heute Abend: Dass wir den gemeinsamen Austausch nutzen und Tatkraft teilen, um gemeinsam unser Land voranzubringen.
Gerade jetzt ist es höchste Zeit, die strukturellen Rahmenbedingungen in diesem Land wirklich tatkräftig zu verbessern. Die Anstrengungen, die nötig sind, um unserer Wirtschaft wieder zu einem Aufschwung zu verhelfen und um sie nachhaltig und ökologisch zu transformieren, werden sich nur vollbringen lassen, wenn wir den Mut aufbringen, komplexe Probleme mit durchdachten Strategien anzugehen und gemeinsam unsere gesellschaftlichen Möglichkeiten zu nutzen, um zukunftsfähige Strukturen zu schaffen.
Eine sichere und bezahlbare Energie- und Wasserversorgung ist bei den anstehenden Veränderungen unerlässlich. Gerade in Zeiten großer Veränderungen braucht es tatkräftige Akteure, die diesen Wandel gestalten wollen, und verlässliche Rahmenbedingungen, die ihn in planbare Bahnen lenken. Baden-Württemberg lebt von unseren Industriebetrieben und wir dürfen nicht zulassen, dass unser Land abgehängt wird. Es ist wichtig, dass sich das Land mit einer Wasserstoff-Strategie vorausschauend aufstellt, weil das Verlässlichkeit schafft und die Zukunft unserer Industrie sichert. Unser Land ist nach wie vor eine der innovativsten Regionen der Welt. Die Roadmap der Landesregierung weist uns mit ihrem Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung einen Weg in die richtige Richtung, damit wir unsere Innovationskraft auch für diese Schlüsseltechnologie nutzbar machen können. Dieser Weg muss aber auch konsequent gegangen werden. Daher ist es ebenso wichtig, dass solche Strategien regelmäßig auf den Prüfstand gestellt und weiterentwickelt werden, wie dies durch den Ersten Fortschrittsbericht von 2023 zur Wasserstoff-Roadmap geschehen ist. So können wir sicherstellen, dass sie auch tatkräftig wirkt.
Gerade bei solchen Themen ist die Expertise eines Verbands wie des VfEW unerlässlich, denn die Politik ist auf Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Praxis angewiesen. Wir brauchen Entschlossenheit und Überzeugungen, denn Veränderung geschieht nicht von allein, sondern muss mühsam erarbeitet werden. Ich bin froh darüber, dass der VfEW an Abenden wie diesen zur demokratischen Lösungsfindung beiträgt, indem er die Anliegen und Interessen der unterschiedlichen Mitgliedsunternehmen zusammenträgt, sie in verwertbare Positionen bündelt und in einen fachlichen Austausch mit der Politik und der Gesellschaft tritt. Eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Thematik sorgt für Akzeptanz in Wirtschaft und Bevölkerung dafür, dass komplexe Probleme sich eben nicht mal schnell mit einem Federstreich beiseite räumen lassen, sondern wirksame Lösungen das Ergebnis informierter Prozesse sind.
Und es erfüllt mich mit Zuversicht, dass Energie eben doch nicht verloren geht. Es liegt an uns, diese zu nutzen und die Zukunft gemeinsam tatkräftig zu gestalten. Ich freue mich, darüber heute mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und bin gespannt auf den weiteren Abend.
Vielen Dank!
Es gilt das gesprochene Wort.