Vita

Ich bin ein Kind der 80er Jahre. Ich hatte ein beklebtes BMX-Rad, spielte mit Masters of the Universe (nur bei Freund*innen, weil ich selbst keine haben durfte), hörte Sandra-Schallplatten, schaute Knight Rider und empfand das Maradona-Handspiel als größten Skandal aller Zeiten. Die 80er – und auch meine Kindheit – gingen mit dem glücklichsten Tag unseres Landes zu Ende: Dem Mauerfall in Berlin. Unsere Generation musste einfach eine politische Generation werden. Wir hatten doch unmittelbar erlebt, wie Menschen gemeinsam und solidarisch Großes erreichen konnten. Jetzt ist unsere Generation gefragt, wir haben eine historische Aufgabe zu erfüllen: Den Klimawandel zurückzufahren und die Welt für kommende Generationen zu erhalten. Die Bilder vom Brandenburger Tor haben wir noch im Schlafanzug daheim auf der Couch im Fernsehen gesehen. Jetzt sind wir in Verantwortung.

Der Kinderwagen mit den SPD-Fähnchen

Geboren wurde ich am 17. September 1975 in Speyer. Meine Eltern haben mir viel Liebe und das Wissen, dass ich daheim immer mit offenen Armen empfangen werde, mit auf den Lebensweg gegeben. Und sicher auch das für die Politik schlagende Herz: Beide waren seit 1972 engagierte Mitglieder der SPD. Schon als Kind habe ich das SPD-Flugblatt „Der Wecker“ austragen dürfen und in unserem Flur hing ein großes Poster „Vertragen statt Rüsten“.

Mein Abi habe ich an der Carl-Theodor-Schule in Schwetzingen gemacht. Danach wollte ich unbedingt Jura studieren – und ging dazu nach Konstanz. Schon damals beschäftigten mich Gerechtigkeit und die Frage, was die Politik tun muss, damit es gerechter zugeht. Das anschließende Referendariat in Mannheim führte mich zu Tätigkeiten als Vertreter der Staatsanwaltschaft am Amtsgericht Schwetzingen und als Anwaltsreferendar zur Kanzlei „Burstein & Blum“ in New York – aber auch zu einer Sonderaufgabe, in der ich viel gelernt habe: Die Mitarbeit im Opferschutzprogramm des Landgerichts. Meine Hauptinteressen galten dem Arbeits- und Sozialrecht – und nach dem erfolgreichen zweiten Staatsexamen sollte ich die Chance erhalten, in diesem Bereich meine beruflichen Schwerpunkte zu setzen.

Menschen und ihre Arbeit sind mein Beruf

„Menschen und ihre Arbeit“ konnte ich in den Mittelpunkt meines Berufslebens stellen, als ich nach dem Referendariat bei der Bundesagentur für Arbeit anfing. Ich beschäftigte mich mit Fragen zum Übergang Schule/Beruf, Arbeitsbedingungen, aber auch wie der Zugang zum Arbeitsmarkt in jedem Lebensalter gelingen kann. Ich übernahm verschiedene Aufgaben, u.a. auch in der Inklusionsarbeit, bei Arbeitsmarktprogrammen für Langzeitarbeitslose oder bei ganz speziellen Herausforderungen, wie der Hilfe für die von der Schlecker-Pleite betroffenen Frauen. In den letzten Jahren leitete ich in der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt den Bereich „Akademische Berufe & Berufs- und Studienberatung" – das sogenannte „Hochschulteam“. Meine Mitarbeiter*innen berieten an Schulen und Hochschulen und waren in der Vermittlung tätig. Und natürlich gehört es für mich auch zum Beruf, mich gewerkschaftlich zu engagieren – ich bin darum seit vielen Jahren Mitglied bei ver.di.

Seit ich im Landtag bin, ruht mein Arbeitsverhältnis bei der Arbeitsagentur. Aber nicht mein Interesse für Arbeit und was sie für die Menschen und ihre Familien bedeutet. Ich nutze jede Chance zu Betriebsbesuchen oder zum Austausch mit Betriebsräten und Auszubildendenvertretungen. Und kein Schulgespräch von mir, bei dem ich nicht von den Schüler*innen erfahren will, welchen Beruf sie denn gerne nach der Schule erlernen oder studieren möchten.

In Gremien und auf der Straße

Gleich an meinem 16. Geburtstag bin ich in die SPD eingetreten – ich wollte keinen Tag länger warten. Seitdem hatte ich eigentlich immer politische Ämter: In Orts- und Kreisvorständen, als Kreis-, Landes- oder Bundesdelegierter. Als 18-Jähriger gründete ich mit Freund*innen eine Juso-Gruppe und wir hatten bald einen ersten Erfolg: die Gründung eines Jugendgemeinderats in unserer Gemeinde. Während des Studiums konnte ich mit einem Nebenjob als Referent der Ratsfraktion Konstanz mehr über Kommunalpolitik lernen. In dieser Zeit war ich auch Juso-Kreisvorsitzender. Danach war ich viele Jahre Gemeinde- und Kreisrat. Insgesamt zehn Jahre war ich Ortsvereinsvorsitzender der SPD und 2013 Bundestagskandidat im Wahlkreis Bruchsal-Schwetzingen. 2016 nominierte mich meine Partei zum Landtagskandidaten im Wahlkreis Schwetzingen und mir gelang nach einem spannenden Wahlabend der Einzug in den baden-württembergischen Landtag. Heute bin ich Mitglied im Vorstand, im Präsidium und in der Antragskommission der SPD Baden-Württemberg. Außerdem leite ich als Co-Kreisvorsitzender die Rhein-Neckar-SPD.

Für mich war aber SPD nie nur Einsatz in Gremien – sondern Haltung zeigen und auf die Straße gehen. Natürlich am 1. Mai, wenn wir zeigen, dass die Arbeitnehmer*innenbewegung solidarisch für eine gerechte Welt eintritt. Aber beispielsweise auch am internationalen Frauentag am 8. März und bei den CSDs.

Als ich im letzten Jahr bei einer Fridays-for-Future-Kundgebung sprach, kam mir in Gedanken, dass ich seit meinem 14. Lebensjahr immer wieder demonstriert hatte: Gegen Atomkraft, gegen Rechtsradikalismus, für eine weltoffene Gesellschaft, für mehr Klimaschutz. Vor einigen Jahren traf ich auf einer Demonstration zum ersten Mal meinen heutigen Lebensgefährten. Damals ahnten Markus und ich noch nicht, dass wir uns Jahre später ineinander verlieben würden. Aber wir hatten gemeinsam, dass wir beide die Umwelt retten wollten. Ein guter Anfang.

Ehrenamtliches Engagement ist mir wichtig

Ich bin Mitglied des AWO-Kreisvorstandes und Vorstandsmitglied bei PLUS Rhein-Neckar. Diese Ehrenämter bedeuten mir sehr viel, denn ich darf mich hier bei Institutionen engagieren, die den Menschen Halt, Stütze und Teilhabe geben – und die immer wieder dazu beitragen, dass sich unser Land weiterentwickelt und gleichzeitig der Zusammenhalt wächst. Viele Jahre habe ich mich auch als Kirchengemeinderat in der evangelischen Kirchengemeinde engagiert. Auch hier habe ich erleben dürfen, wie man gemeinsam gute Dinge erreichen kann. Wenn man so will: Unser Miteinander besser machen kann.

Seit über zwanzig Jahren engagiere ich mich im Jugendschutz als ehrenamtlicher Prüfer bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft FSK, wo ich regelmäßig den Hauptausschuss als Vorsitzender leite. Ich hatte während meines Studiums ein Verwaltungspraktikum bei der FSK gemacht und danach hat man mich gerne in das Prüfer*innenkollegium „übernommen“. Weitere Ehrenämter von mir sind Mitgliedschaften im Kuratorium der Bundesakademie für musikalische Jugendbildung, im Stiftungsrat der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg und im Kuratorium der Landeszentrale für politische Bildung.

Mein schönstes und wichtigstes Ehrenamt ist es aber, Patenonkel meiner Nichte Zoe zu sein. Nichts erfüllt mich so, wie mir die ganze Welt von Zoe erklären zu lassen.

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