Beitrag von Daniel Born zum Friedensgebet für die Ukraine der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW)

Veröffentlicht am 14.04.2022 in Reden/Artikel

Sehr geehrte Frau Professorin Traub,
sehr geehrter Herr Pushkin,
sehr geehrte Damen und Herren,

Ich möchte Ihnen zu allererst herzlich dafür danken, dass Sie dieses Friedensgebet für die Ukraine initiiert haben und dass Sie Vertreter*innen der Landespolitik, des Landtags dazu eingeladen haben.

Ich glaube, es gibt mindestens 3 Dinge, die Gebet sehr wertvoll machen:

Gebet verbindet Menschen.

Gebet überwindet Distanzen.

Gebet gibt uns Raum, uns auszudrücken, dort, wo eigentlich jede Sprache versagt und Worte ins Stocken geraten angesichts von unaussprechlichem Leid.

Der seit 7 Wochen wütende Krieg in der Ukraine stellt vor allem die Ukrainerinnen und Ukrainer, aber mit ihnen auch uns hier vor solch unfassbares Leid. Die Großmachtsphantasien eines Kriegsverbrechers bringen Tod und Zerstörung über Menschen. Mitten in Europa. Und mitten hinein in eine Friedensordnung, von der wir geglaubt und gehofft hatten, sie sei stabil und unerschütterlich.

Sehr viele Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Deutschland [45%] haben ihre Wurzeln in der Ukraine und diese ganz unmittelbare Betroffenheit berührt noch einmal auf besondere Weise.

Deshalb ist es ein starkes, ein besonderes Zeichen der Solidarität und der Verbundenheit, das heute von diesem Friedensgebet ausgeht. In den kommenden Tagen fallen das jüdische Pessach-Fest, der muslimische Ramadan und der christliche Karfreitag ganz eng zusammen und am Vorabend dieser besonderen Konstellation stehen wir hier im Zentrum der jüdischen Gemeinde Württembergs in Verbundenheit mit allen Menschen, die jetzt unter dem verheerenden Krieg in der Ukraine leiden und bitten um Frieden.

Möge diese Bitte um Frieden ausstrahlen und Menschen und Herzen berühren. Und möge der Frieden das letzte Wort haben.

(Es gilt das gesprochene Wort.)

 

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