Landesregierung vernachlässigt die frühkindliche Förderung

Veröffentlicht am 18.10.2017 in Landespolitik

Daniel Born: Der Slogan ‚Auf den Anfang kommt es an‘ darf nicht zur Leerformel verkommen.

Stuttgart. Der SPD-Bildungsexperte Daniel Born appelliert an die Landesregierung, sich nicht in Diskussionen um Schulvergleichsstudien zu verlieren. Die Gefahr sei groß, dabei zu vergessen, dass die Grundlage für den späteren Bildungserfolg im Kleinkindalter gelegt wird. „Der Slogan ‚Auf den Anfang kommt es an‘ darf nicht zur Leerformel verkommen“, mahnt Born.

So müsse die Sprachförderung bereits vor Schuleintritt einsetzen und Erfolgsmodelle wie SPATZ daher weiter ausgebaut werden. Born fordert mit Blick auf die Haushaltsberatungen den Einstieg in die Gebührenfreiheit im frühkindlichen Bereich: „Weder der Geldbeutel noch der Wohnort sollten darüber entscheiden, ob es ein hochwertiges Bildungsangebot für unsere Jüngsten gibt."

Die Tatsache, dass die Landesregierung nach eigenen Angaben derzeit nicht einmal Berechnungen für ein landesweites kostenfreies Bildungsangebot für Kleinkinder anstellt, bezeichnet der SPD-Bildungsexperte als „fahrlässige Arbeitsverweigerung“.

Ob Grün-Schwarz eine gute Betreuung wirklich etwas wert ist, könne die Landesregierung aktuell bei den Verhandlungen zur Unterstützung der Kindertagespflege unter Beweis stellen. Die SPD unterstützt die Forderung  des Verbandes Kindertagespflege nach einer Erhöhung der laufenden Geldleistung. „Mehr Geld für Kindertageseltern ist ein Muss“, konstatiert Born. Nachdem der Städte- und Landkreistag bereits ein Angebot unterbreitet hat, müsse die Landesregierung jetzt nachziehen. „Sich einer konstruktiven Lösung und der Professionalisierung der Kindertagespflege stur in den Weg zu stellen, ist ein Armutszeugnis für das Kinderland Baden-Württemberg“, so Born.

SPD und FDP haben für die morgige Sitzung des Bildungsausschusses eine öffentliche Anhörung zu frühkindlicher Förderung initiiert, um dem Thema wieder die Priorität zuzuweisen, die es verdient. Zu Wort kommen sollen Doro Moritz, Landesvorsitzende der GEW und Christina Metke, Vorsitzende des Landesverbandes Kinderpflege.

 

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